Osteotherapie – Was ist eigentlich Osteopathie?

Definition der Osteopathie nach Still:

Es ist die wissenschaftliche Kenntnis von Anatomie und Physiologie, die durch die Hände einer geschickten Person Anwendung finden kann, um einen kranken oder verletzten Menschen zu helfen, der durch Anstrengung, Anspannung, Schock, Stürze, mechanische  Störungen oder verschiedene Arten von Unfällen verletzt wurde.

 

Die Osteopathie ist ein ganzheitliches, sanftes Heilverfahren, bei dem der Therapeut mit seinen Händen Spannungen und Fehlstellungen in Knochen, Gewebestrukturen und Organen feststellt und anschließend löst. Es wird eine Art „Neustart“ im Organismus angestoßen, so dass die Selbstregulation des Körpers wieder stattfinden kann.

 

 

Es gibt vier Prinzipien der Osteopathie:

 

  1. Wechselbeziehung zwischen Struktur und Funktion
    Zum Beispiel: Sind Wirbel der Brustwirbelsäule blockiert, kann sich das Pferd nicht biegen.

  2. die arterielle Regel
    Die Versorgung der Zellen mit Blut (und somit mit lebensnotwendigen Nährstoffen) ist extenziell für die Gesunderhaltung des Körpers. Werden diese nicht korrekt versorgt, verschlacken sie oder sterben sogar ab. Sowohl die Struktur, als auch die Funktion werden negativ beeinträchtigt.

  3. die Gesamtheit des Körpers
    Ist die Funktion an einer Stelle im Körper gestört, kann sich dies auf den gesamten Körper und Organismus auswirken. (vgl. das Sandkorn im Getriebe)

  4. Selbstheilung und Selbstregulierung des Körpers
    jeder Körper ist in der Lage sich selbst zu heilen. Der Therapeut setzt lediglich einen Impuls und regt somit den Körper zur Selbstheilung an. Daher sollte dem Pferd nach einer osteopathischen Behandlung mindestens 48h Zeit zur Selbstregulierung gegeben werden.

 

Heute werden 4 Arten der Osteopathie unterschieden:

  • Parietale Osteopathie (= Behandlung von Knochen und ihrer Gelenke)
  • Craniosacrale Osteopathie (= der freie Fluss des Liquors wird angeregt bzw. wiederhergestellt)
  • Viszerale Osteopathie (= Lösung der inneren Organe und deren Aufhängungen, Gefäßen und Nerven)
  • Fasziale Osteopathie (beschäftigt sich ausschließlich mit den Faszien)

 

Quellen

Checkliste Osteopathie Pferd, Katja M.-L. Eser

Strukturelle Osteopathie beim Pferd, Pascal Evans

Pferde-Osteopathie, Brigitte und Walter Salomon

Ausbildungsskript Daniela Dietrich